Lehrplankommentierung: Franz Josef Röll - SS 07
Medienpädagogik - PN Ba 1604

Inhalte der Lehrveranstaltung: Das Fach Medienpädagogik beschäftigt sich mit zwei wesentlichen Aufgabenfeldern. Einerseits reflektiert und analysiert es die Entwicklungen der durch Medien verursachten Kommunikationskultur. In diesem Kontext fragt Sie u.a. nach möglichen Wirkungen von Medien. Sie untersucht u.a. wann, wie, warum und aufgrund welcher Motive Medien konsumiert werden. Andererseits nutzt sie die Medien um u.a. Selbstreflexion oder die eigene Selbstkompetenz zu stärken, das soziale Lebensfeld besser kennen zu lernen (Lebensweltorientierung) oder um interaktiv mit Hilfe von Medien sich in den Dialog der Meinungsbildung einzuschalten. Zentrales Ziel der Medienpädagogik ist die Vermittlung von Medienkompetenz, die Befähigung in komplexer Weise reflektiert, analytisch und handlungsorientiert mit den aktuell herrschenden Medien umgehen zu können.

Lehrformen: Im Verlauf des Semesters werden die verschiedenen Strömungen der Medienpädagogik dargestellt und diskutiert. Beispielhaft werden die unterschiedlichen Konzepte der Medienpädagogik diskutiert. Einen besonderen Schwerpunkt erhalten die Modelle der handlungsorientierten Medienpädagogik

Lernziel: Reflexion der Bedeutung, die Medien in der Wissensgesellschaft zukommt. Kennenlernen von medienpädagogischen Handlungsfeldern.

Literatur:
Jürgen Hüther; Bernd Schorb (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik, 4. vollständig neu konzipierte Auflage. München 2006.
Hubert Kleber (Hrsg.): Perspektiven der Medienpädagogik in Wissenschaft und Praxis. München 2005.
Jürgen Lauffer; Renate Röllecke (Hrsg.): Methoden und Konzepte medienpädagogischer Projekte, Handbuch 1, Bielefeld 2006.

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Theorien und Konzepte in der Jugendarbeit - E-Learning - PN Ba 1611

Inhalte der Lehrveranstaltung: In den letzten 50 Jahren ist ein bedeutsamer Wertewandel festzustellen. Die vorenthaltene Selbständigkeit von Jugendlichen (Tendenz zur Postadoleszenz) lässt die frühere Definition von Jugend als Statuspassage immer fragwürdiger werden. Frühe soziokulturelle Selbständigkeit und späte ökonomische Unabhängigkeit geben Hinweis auf eine Verselbständigung der Jugend als Lebensphase. Sozialisationsweisen und Sozialisationsziele werden sowohl pluralisiert als auch individualisiert. Wie hat die Jugendtheorie auf diese Wandlungsprozesse reagiert, welche Entwürfe bot bzw. bietet sie den SozialpädagogInnen zum Verständnis von "Jugend"? Welche Denkansätze haben bis heute hohe Überzeugungskraft, welche Denkansätze bedürfen der kritischen Reflexion bzw. geben geringe Hilfe zur Bewältigung des gegenwärtigen sozialpädagogischen Arbeitsfeldes?

Lehrformen: Diese Lehrveranstaltung wird als E-Learning-Seminar angeboten. Der Lehrstoff (content) wird nicht zur Verfügung gestellt, sondern von den StudentInnen in Kleingruppen selbstständig erarbeitet. Technische Grundlage des Seminars bildet ein Wikimediasystem, vergleichbar mit www.wikipedia.de, das es erlaubt jederzeit, von jedem der eingeloggt ist und ortsungebunden den Lehrstoff verändern zu können.

Lernziele: Jede Arbeitsgruppe setzt sich mit einem theoretischen Ansatz bzw. Konzept auseinander und produziert interaktive Lernmodule, die die Basis eines zu erstellenden E-Learning-Kurses bilden. Angeknüpft wird dabei an den Arbeitsergebnissen, die in früheren Semesters bereits erarbeitet wurden.

Literatur:
Ulrich Deinet: Benedikt Sturzenecker (Hrsg.): Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit. 3. Auflage, Wiesbaden 2005.
Franz Josef Röll: Computermedien, Bildungsmedien: vom pädagogischen Nadelöhr zur selbstbestimmten Bildung. In: Wolfgang Schindler (Hrsg.): MaC*_Reloaded: Perspektiven aus der Skepis für Menschen am Computer. Chemnitz 2005, S. 37-58.
Franz Josef Röll: Pädagogik der Navigation. Selbstgesteuertes Lernen mit neuen Medien. München 2003.

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Popkultur und Identiät - PN Ba 1613

Inhalte der Lehrveranstaltung: (Pop-)Musik erschließt bei Jugendlichen ein weites Feld ästhetischer Erfahrung bei der Aneignung lebensweltlicher Wirklichkeit. Die neue Pop- und Rockmusikströmungen seit den 50er Jahren haben nicht nur zu einer Neuordnung des kulturellen Territoriums in modernen Gesellschaften geführt, sondern auch zu neuen Wahrnehmungsformen. Das Pop-Territorium durchlagert unsere Gegenwartskultur und hat damit alte Hierarchien in Frage gestellt. Ein wesentlicher Effekt ist die Amalgamisierung, die Auflösung von hoch- und niedriglegitimierter Kultur. Ein weiterer Effekt ist das Prinzip der Bricolage und die Sampling-Technik, die Neuanordnung und Rekontextualisierung von Objekten, Tönen und (Lebens-)Stilen (z.B. Punks, Hip Hop, Techno).

Lehrformen: Im Verlauf des Semesters soll gezeigt werden, wie seit den Fünfziger Jahren bis heute Musik bei Jugendlichen als Symbol von Lebensausdruck Gestalt erhält. In Verbindung mit der Musik werden die grundlegenden jugendkulturellen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sowie die entsprechenden sozialpolitischen Bezüge aufgezeigt. Vom Rock n' Roll, über den Rythm' Blues, den Beat, den Rock, Heavy Metal, Hip Hop und Techno werden Musikstile vorgestellt und deren Bezüge zur Identitätsbildung für Jugendliche und deren jeweilige Subkultur erarbeitet.

Lernziele: Erkennen und Analysieren der Bedeutung von Popmusik für die Identitätsbildung von Jugendlichen.

Literatur:
Baacke, Dieter (Hrsg.): Handbuch Jugend und Musik. Opladen 1998.
Kemper, Peter; Langhoff, Thomas; Sonnenschein, Ulrich: Alles so schön bunt hier. Die Geschichte der Popkultur von den Fünfzigern bis heute. Leipzig 2002.
Kursbuch JugendKultur - Stile, Szenen und Identitäten vor der Jahrtausendwende. Mannheim 1997.

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